Viaggio con tre violini

REWAG Klassik im Park

1.August 2025 | 20:15 Uhr | Grüne Bühne – Stadtpark Regensburg

Germania & Italia –  Barocke Raritäten für drei Violinen

In der ungewöhnlichen Besetzung von drei Violinen plus Basso Continuo präsentiert sich Nürnberg Barock am 1. August im Rahmen der REWAG-Nächte im Regensburger Stadtpark. Programmatisch stellen wir Germania und Italia gegenüber – zwei Kulturräume, die im Zeitalter des Barock musikalisch eng miteinander verbunden waren, lange bevor Deutschland und Italien als Nationalstaaten existierten.

Italien galt in der Barockzeit als das kulturelle Zentrum Europas. Viele deutsche Komponisten reisten dorthin, um zu studieren, und zahlreiche Fürsten holten italienische Musiker an ihre Höfe oder ließen ihre Kapellmeister nach italienischem Vorbild ausbilden. Neue musikalische Formen wie die Oper oder das Concerto verbreiteten sich von Italien aus über ganz Europa.

In der Kammermusik des 17. Jahrhunderts spielten neben der allgegenwärtigen Triosonate auch andere Instrumentenkombinationen eine Rolle. Eine seltene, aber reizvolle Sonderentwicklung findet sich im Repertoire für drei Violinen mit oder ohne Bass. Kontrapunktische Dichte, klangliche Vielfalt und eine oft gleichrangige Führung der Stimmen zeichnen die Werke dieser Gattung aus, zu der auch bedeutende Komponisten Beiträge leisteten.

Zu hören ist unter anderem die „Sonata in ecco con tre violini“ des italienischen Geigers und Komponisten Biagio Marini, der zunächst in Venedig wirkte und später fast 30 Jahre im Dienst des Herzogs von Neuburg an der Donau stand. Die Echo-Imitationen dieser Sonate sind ohne Zweifel inspiriert von den Wechselwirkungen zwischen Architektur und Akustik des Markusdoms, wie sie schon Monteverdi kompositorisch nutzte.

Der mährisch-deutsche Komponist Gottfried Finger, der zeitweise als Geoffrey Finger in der englischen Hofkapelle wirkte, widmete dieser Besetzung gleich mehrere Sonaten. Werke für drei Violinen von Buonamente, Schmelzer und dem unverzichtbaren Johann Pachelbel wechseln sich mit Programmpunkten in kleinerer Besetzung ab. Für sommerlich-ausgelassene Stimmung sorgen Variationen über ostinate Bässe wie „Sopra la Monica“, „La Bergamasca“ oder die „Ciaccona“.


Programm:

Johann Heinrich Schmelzer (1623 – 1680): Sonata a 3 violini

Louis Constantin (1585 – 1657): Allemande (aus T’Uitnement Kabinet)

Philipp Heinrich Erlebach (1657 – 1714): Ciacconna (aus Sonata Nr. 3 A-Dur)

Gottfried Finger (1660 – 1730): Sonata Nr. 8

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750): Allemande G-Dur (aus BWV 816)

Johann Pachelbel (1653 – 1706): Canon per 3 violini con basso continuo

Georg Philipp Telemann (1681 – 1767): Concerto A-Dur TWV 43:A4

***Pause***

Giovanni B. Buonamente (1595 – 1642): Sonata seconda a 3 violini

Marco Uccellini (1603 – 1680) Aria sopra la Bergamasca

Biagio Marini (1594 – 1663): Sonata in ecco con tre violini

Biagio Marini (1594 – 1663): Passacalio

Biagio Marini (1594 – 1663): Sonata sopra la Monica

Antonio Vivaldi (1678 – 1741): Largo (aus Cellosonate Nr. 1 B-Dur)

Tarquinio Merula (1595 – 1665): Ciaccona

Evaristo Felice Dall’Abaco (1675 – 1742): Concerto da chiesa op. 2/1


Mitwirkende:

Lina Jarvers – Violine

Julia Scheerer – Violine

Monica Sardón Hidalgo – Violine

Anna Rudolph – Violoncello

Dominik Heidl – Cembalo